Flanieren in Max Reinhardts Garten

Seepferdchen am Weiher, Putti auf der Terrasse und Steinfiguren im Park

Schönheit, Geist und Heiterkeit sollte nach dem ersten Weltkrieg die Völker wieder vereinen. Das wünschten sich die Gründerväter der Salzburger Festspiele.

Schloss Leopoldskron schien ein Ort der Umsetzungskraft. Ein Platz für Soireen, für ein Dinner im Park, für Lesungen und Konzerte auf der Terrasse. Auch an ein Gartentheater am Weiher hat er gedacht. 1918 hat Max Reinhardt Schloss und Park erworben. Ein Magier war dieser gewesen, einer der immer das Gesamtkunstwerk im Blick hatte. Bald lustwandelten inmitten steinerner Figuren seine Gäste.

Viele Jahre später, Max Reinhardt war bereits in der Emigration gestorben und die Besitzer des Anwesens hatten mehrmals gewechselt, sprang in den späten 1950, Anfang 1960 Jahren ein Junge über die Gartenmauer. Frieder Danielis.
Mit der Kamera seines Bruders hielt Frieder die mit Moos und Efeu bewachsenen steinernen Zeugen aus vergangen Tagen fest.

Längst sind diese verschwunden, aber der Gartenlust erblüht neu. Experten der Königlichen Gartenakademie aus Berlin wurden nach Salzburg geholt, um markante Details für die Neugestaltung aufzuspüren. Begonnen wird beim Gartenparterre. Diese zum Teich sich öffnende Fläche, war das Herzstück von dem was Max Reinhardts Vorbesitzer Erzbischof Firmian um 1870 geschaffen hat. Was aber passt in unsere Zeit, fragten sich Mäzene. Unter ihnen die Berliner Unternehmer Dieter Mann, Ira Schwarz und der Österreicher Franz Wagner, sowie das Salzburg Global Seminar als Eigentümer. Cord-Siegfried von Hodenberg, Mitglied der Königlichen Gartenakademie in Berlin bekam den Auftrag für die Neugestaltung. Er weiß, dass das Parterre zum Verweilen einladen und das ganze Jahr über blühen soll. Vom Feuerwerk im Frühling hin zu den Herbstanemonen und Astern, bis zu den Gräsern, die sich auch im Winter im Wind biegen.

Ein Zaubergarten also auch dann, wenn Nebelschwaden See, Schloss und Park in jene Mystik tauchen, die diesem Ort so eigen ist.

Foto (c) Elisabeth J. Nöstlinger-Jochum

Schloß Leopoldskron