Xenia Hausner – Retrospektive einer Staatskünstlerin

Bundespräsident Heinz Fischer, Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler und der Gouverneur der österreichischen Nationalbank Ewald Nowotny haben ihr Portrait gesessen. Mit ihrem analytischen Blick hat sie einige verborgene Wesenszüge entdeckt und sie in einer chiffriert ins Bild verwoben. Die Wesenszüge der Menschen hervorzuholen und sie dann „umzuschmeißen“, darum geht es Xenia Hausner in ihren großformatigen Werken. Meist sind es Frauen, die sie auf darstellt, weil sie einfach das schönere Geschlecht sind. Weltweit wird sie von ihnen inspiriert und Farben, Muster, Kabel, Kanaldeckel und fremdartige Schriften bringen sie in Schwung.

Atelierbesuch Elisabeth J. Nöstlinger-Jochum bei Xenia Hausner

Die Fotografie spielt dabei eine gewisse Rolle, beschäftigt sie die Künstlerin doch auch mit Mixed-Media-Arbeiten, bei denen sie großformatige Fotografien malerisch weiterentwickelt und verschiedene Materialien versatzstückhaft in den Bildträger einbaut. Sie führt damit in ihrer künstlerischen Arbeit den aktuellen Erkenntnisstand der Malerei mit dem der Fotografie zusammen. Mit unterschiedlichen Techniken entsteht dadurch eine neue Bildverdichtung und Wirklichkeitskonstruktion.

„True Lies“, der Titel der Retrospektive der österreichischen Staatskünstlerin, sie ist bis 8. August 2021 in der Wiener Albertina zu sehen, bringt ihr Werk auf den Punkt. Immer wieder sind es widersprüchliche Frauen, die Xenia Hausner malt, in Szene setzt. Meist auf sehr großen Formaten. Autofragmente, Zugabteile, triviale Alltagsgegenstände werden zu Mitspielern in einer inszenierten Wirklichkeit. Auch als Malerin ist Xenia Hausner ihrem ursprünglichen Beruf, den der Bühnenbildnerin treu geblieben und der Bühne auch.

Foto (c) Elisabeth J. Nöstlinger-Jochum aus dem Katalog der Ausstellung