Intolleranza

Luigi Nono eine Oper – ein Passionsspiel

Luigi Nonos Oper Intolleranza beginnt mit einer Verstörung. Ehe die Wiener Philharmoniker unter dem Dirigat von Ingo Metzmacher das Geschehen auf der Bühne orchestrieren. Die Musik hat eine Intensität, der man sich nicht entziehen kann. Etwa 167 Menschen bewegen sich auf die Bühne, Künstler, Tänzer aus 20 Nationen. Der Gesang des Wiener Staatsopernchor wird eingespielt, die Wiener Philharmoniker spielen „live unplugged“. Die Bühne der Felsenreitschule ist hochgefahren, die Musiker an verschiedenen Orten verteilt. Ein Klang entsteht, dem man sich nicht entziehen kann. Es werden die wichtigen Fragen gestellt. Sie lauten für Intendant Markus Hinterhäuser: „Was ist Gemeinschaft? Wie können wir eine Art von Gerechtigkeit finden? – Dem radikalen Individualismus stellen wir also ein Gegenmodell gegenüber, nämlich Luigi Nonos Appell an die Menschlichkeit: Intolleranza 1960 – ein Werk des Humanismus, ein Werk der Nächstenliebe, ein Werk der Gerechtigkeit.“

Luigi Nonos Intolleranza 1960 ist als eine moderne Passionsgeschichte zu verstehen, die das Erwachen des menschlichen Bewusstseins zum Thema hat und die Grundbedingungen menschlichen Lebens aufgreift. „Luigi Nono spricht von der Gewissheit, dass der Mensch dem Menschen ein Helfer sein müsse. Richtiger kann man das nicht formulieren: Wie wir als Menschen zu agieren und zu reagieren haben gegenüber einer Welt, die sich immer unnachgiebiger zeigt, mit der wir aber zu tun haben, in der wir leben müssen. Diese Reflexion über die Begriffe Toleranz und Intoleranz ist vermutlich nie wichtiger gewesen als heute, als jetzt, zu dieser Stunde“, sagt Markus Hinterhäuser. Am 15. August 2021 ist in der Felsenreitschule Premiere. Weitere Aufführungen: 20. August, 26. August und 29. August in der Felsenreitschule bei den Salzburger Festspielen.

Foto: (c) Anne Zeuner

Intolleranza - Salzburger Festspiele